Im Jahreskreis, Tagesenergien
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Wie das Osterfest entstand oder was die Farben Eurer Ostereier über Eure unbewussten Wünsche aussagen…

Am ersten Vollmond nach der Frühlings-Tagundnachtgleiche wurde seit altersher Ostara, das große Frühlingsfest gefeiert.
Das christliche Osterfest, und alle anderen Festtage des Osterfestkreises werden ebenfalls an diesem ersten Frühlingsvollmond ausgerichtet.

Zufall? Wohl eher die Anerkennung der Bedeutung dieser kraftvollen Zeit. Die Gemeinsamkeiten dieser Feste sind auffallend. Das heidnische Fest Ostara feierte bei den Kelten das Leben, den Frühling und den Neubeginn.
Im Christentum ist Ostern das wichtigste Fest… Jesus opferte sich selbst, um die Welt von der Sünde zu erlösen, und erstand von den Toten auf. Auch hier wird der Beginn einer neuen lichtvollen Zeit – die Auferstehung zu einem besseren Leben gefeiert.

Mit der Christianisierung Europas vermischten sich die Bräuche und Traditionen.
Aus der alten Zeit stammt z.B. das Färben und Verzieren von Ostereiern.
Das Ei symbolisiert die Urquelle des Lebens, die Fruchtbarkeit und die Fülle. Sie wurden schon vor Urzeiten als Sinnbild der Geburt angesehen, in manchen Kulturen entstand sogar der Mythos der Geburt des Universums aus einem Ei.

In der griechisch-orthodoxen Tradition erzählt die Legende, dass Maria Magdalena nach Christi Wiederauferstehung zum römischen Kaiser ging, um ihm von diesem Wunder zu berichten. Der Kaiser hielt das jedoch für Unfug und meinte, Christus sei genauso wenig auferstanden wie die frisch gelegten Eier vor ihm eine rote Schale hätten. In diesem Moment färbten sich die Eier vor seinen Augen rot, um die Wiederauferstehung zu bezeugen.

Ob rot, gelb oder grün… die Farben der Ostereier haben ihre eigenen Bedeutungen:

  • gelb symbolisiert die Weisheit
  • weiß ist die Farbe der Reinheit
  • rot steht für Vitalität, Leben und Freude, später dann auch für das Blut Christi
  • grün für die Hoffnung
  • blau für die Festigkeit im Glauben

Vielleicht achtet Ihr beim nächsten Mal darauf, wie Ihr Eure Eier bemalt habt… und welche unbewussten Wünsche dahinter stecken. 😉

Und warum die Ostereier versteckt werden, hängt wohl auch mit der Kirche zusammen.
Die Folklore besagt, dass das Verschenken von Eiern zu Ostara, welches eine heidnische Tradition war, von der Kirche unter Strafe gestellt wurde. Wahrscheinlich, um die alten Traditionen auszurotten und nur noch die kirchlichen Bräuche zu feiern. Um sich bei der Fortsetzung dieses alten Rituals nicht erwischen zu lassen, haben die Anhänger die Eier also nicht mehr persönlich verschenkt, sondern auf den Feldern von Freunden und Familie vergraben und versteckt. Dementsprechend mussten die Ostara-Eier also gesucht werden. Was wir bis heute noch so machen…

Ob dabei die Eier vom Osterhasen oder von den Eltern versteckt werden, interessiert die Kinder weniger.
Wobei der Hase ebenfalls eine ganz urtümliche Bedeutung hat. Die unvergleichliche Vermehrungsfreudigkeit macht ihn zu einem natürlichen Fruchtbarkeitssymbol. Der erste Wurf des Jahres findet immer um die Tagundnachtgleiche statt. Die kleinen Häschen waren also schon immer Frühlingsboten. Im Laufe der Jahrhunderte gab es verschiedene Boten für die Ostereier. Je nach Region waren dies der Fuchs, der Storch, der Kuckuck oder der Ostervogel. In den letzten Jahrhunderten setze sich bei uns dann Meister Lampe durch.

Ob wir das Osterfest christlich oder heidnisch begehen, ob wir die „Erlösung“ über einen Leidensweg sehen oder die Kraft aus der Geburt des Frühling und des neuen Leben ziehen, darf jeder für sich wählen und sollte nicht bewertet werden.

Egal welchem Glauben wir anhängen, wir tun gut daran, diese kraftvolle Zeit mit Ritualen zu unterstützen und zur Besinnung zu nutzen… mit Ostereiern in allen Farben!

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