Im Jahreskreis
Schreibe einen Kommentar

Litha… die Sommersonnenwende am 21. Juni

Schon bald feiern wir das magische Fest der Sommersonnenwende und damit die kürzeste Nacht und den längsten Tag des Jahres. Wir bewegen uns einem wichtigen Höhepunkt im Jahreskreislauf entgegen, der auch ein bedeutender Wendepunkt ist.

Der Höchststand der Sonne markiert den Mittsommer. Die Tage sind lang, die Nächte mild, Bäume und Pflanzen stehen in vollem Saft, erste Früchte sind reif und das Korn wächst prächtig heran. Die Hoffnung auf eine gute Ernte und auf ein fruchtbares Jahr ist groß.

Litha, der Höchstand des Lichtes, ist im wahrsten Sinne eine Hoch-Zeit in allen Dingen. Litha ist der Tag der Sommersonnenwende am 21. Juni. Erde und Himmel sind nun in ihrer höchsten Kraft… wie auch wir. Das Fest der Sommersonnenwende ist auch immer ein Fest zu Ehren dieser Kräfte und eine Begegnung mit der eigenen großen Kraft.
Die Jahresaufgabe, die wir uns zu Anfang des Jahres stellten, kommt jetzt zur Reife und zeigt vielleicht schon erste Früchte. Wir wissen, wo es lang geht, was wir wollen und was nicht.
Und doch ist an diesem Tag der Umkehr auch schon der andere Pol spürbar… ab dem Tag danach werden die Tage kürzer und die Dunkelheit holt sich ihren Raum Zug um Zug zurück… der Höhepunkt ist überschritten.
Dies ist ein guter Anlass, darüber nachzusinnen

– Was der Höhepunkt unseres eigenen Lebens ist, war oder sein sollte?
– Wer bin ich, wenn ich meine größte Kraft vollständig entfalte?
– Ist der Gipfel unserer Leistungsfähigkeit das Ende unserer Entwicklung – oder vielleicht sogar erst der Anfang?
– Welches Feuer brennt in mir… und wofür?
Und dieser Tag ist auch ein Tag der Entscheidungen.
– Was stimmt noch in meinem Leben, was vielleicht schon länger nicht mehr?
– Wie ist das mit meinen Partnerschaften, mit meiner Arbeit, meinen festgefahrenen Meinungen?
– Was gilt es im Feuer des Umkehrpunktes endgültig zu verbrennen… zu verabschieden… loszulassen?
Litha… ist auch ein Fest der Umkehr!

Ein wunderbares Ritual sind die Mittsommerfeuer… ein großes Feuer zu Ehren der hoch stehenden Sonne, die uns die Kraft und das Licht gibt, um uns zu dem König und zu der Königin zu entwickeln, die wir in Wirklichkeit sind.
Das Feuer wird zum Sonnenuntergang entzündet.
Setzt Euch ans Feuer, oder etwas abseits… schaut in den Sternenhimmel… schließt die Augen und macht Euch bewusst, dass Ihr gerade die kürzeste Nacht des Jahres erlebt…
Und dann betrachtet Euer Leben… betrachtet es als Ablauf eines Jahres… schaut auf Euren Frühling… auf den ersten Sommer… den Hochsommer… und vielleicht auch schon auf den Herbst. Seht das Vergangene liebevoll an… auch wenn einiges nicht so gelaufen ist, wie Ihr es Euch gewünscht habt… in jedem Augenblick beginnt das Leben von Neuem.
Öffnet Euch für die Zukunft… was sie auch bringen mag… vertraut, dass Ihr den richtigen Weg für Euch finden werdet…
Macht Euch keine Gedanken… kehrt mit Euerer Aufmerksamkeit zum Feuer zurück… schickt Eure Zweifel und Grübel in die Flammen.
Und lasst Euch mit dem Blick in die Sterne nochmal in die Unendlichkeit des Seins tragen… lasst Eure Seele fliegen und erlebt die Bedeutung eines Sommernachtstraumes!

Die Feuer, die jetzt entzündet werden, mancherorts heißen sie Johannisfeuer, woanders Mittsommerfeuer, dienen der Feier des prallen Lebens und der Verbindung mit der Natur, ebenso wie dem endgültigen Verbrennen und Loslassen alter nutzloser Dinge, die unser weiteres Wachstum nur bremsen.
Am 24. Juni ist Johanni, an dem von den Christen das Fest der Geburt Johannes des Täufers gefeiert wird. Wenn am Abend vorher ein Strauß voller Kräuter aus Königskerze in der Mitte, dazu Johanniskraut, Beifuß, Mariengras, Engelwurz, Rainfarn, Rose, Goldrute, Wetterdistel,  Getreidehalme und Haselzweigen gesammelt wird, dann haben diese Kräuter besondere Heilkräfte. Man wirft sie ins Feuer, um das Jahr zu segnen und böse Kräfte zu vertreiben oder man trocknet sie und hängt sie als Schutz und Segen im Haus auf.

Ich wünsche dir lichte Tage bis zur Sommersonnenwende. Denk über deine Kräfte und Mächte und über dein inneres hellstes und größtes Licht nach… und lass es erstrahlen… zu Mittsommer und darüber hinaus!

****************************************************************************************

Anregungen für den Artikel fand ich in Gesprächen mit Menschen aus Bayern und der Lausitz, wo auf dem Lande die Mittsommernacht noch mit vielen Traditionen zelebriert wird.
Auch diese Literatur gab mit reichlich Inspiration:
Von Sonnwend bis Rauhnacht
Schamanische Seelenreisen
Rituale im Jahreskreis
Jahreskreisfeste & Rituale

Kommentar verfassen