Die Rauhnächte
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Räuchern? Räuchern! Was ist die passende Methode für mich?

Duftstoffe in jeder Form sind seit Jahrtausenden sinnliche und medizinische Wegbegleiter der Menschen. Ob im Orient, Asien, in der altamerikanischen Welt oder in Europa…. in Tempeln, Kirchen oder Häusern… zum Meditieren, Desinfizieren, Aromatisieren, Räucherstoffe sind tief in fast allen Kulturen verwurzelt. Klassische Räucherstoffe sind Weihrauch, Myrrhe, Salbei und Sandelholz.

Bevor wir am 24. Dezember in die Magie und Mystik der Rauhnächte eintauchen, möchte ich  den „Ersträucherern“ ein paar Hinweise zum Räuchern mit auf den Weg geben.
Ihr habt die benötigten Utensilien besorgt und Euch ein bisschen Zeit organisiert?  Dann geht es jetzt los…

1. Räuchern mit Kohle
=> ideal zum Räuchern von Harzen, wie Weihrauch und von Räuchermischungen mit hohem Harzanteil
Eine Räucherschale wird mit trockenem Räuchersand gefüllt und auf eine feuerfeste Unterlage gestellt. Die Räucherschale kann aus Ton, Keramik, Messing, Kupfer oder Edelstahl sein – das ist ganz Eurem Geschmack überlassen. Die Räucherkohle (6) – eine spezielle selbstzündende Kohle mit Magnesium, wird mit einer Kupferzange (5) seitlich über einer Kerzenflamme entzündet. Sie beginnt zu knistern und es läuft ein Glutfunke durch die Kohle. Erst wenn der Funke durch die halbe Kohle gelaufen ist, wird sie auf den Sand gelegt. Ihr wartet, bis die Kohle sich ganz entzündet hat und komplett mit einer weiß-grauen Aschenschicht überzogen ist – auch in der Mitte! Das kann durchaus 10-15 Minuten dauern. Die Kohletabletten glühen je nach Größe 30 bis 60 Minuten. Wird das Räucherwerk zu früh auf die Kohle gelegt, besteht die Gefahr, dass die Glut erstickt und im Zweifelsfalle gar nichts passiert…

 

Hat die Kohle eine durchgehende Ascheschicht, könnt Ihr eine Prise Eures Räucherwerk mit einem kleinen Kupfer-Räucherlöffel, einem Teelöffel oder den Fingerspitzen darauf streuen. Sofort beginnt das Räucherwerk zu verglühen und Rauch steigt auf. Diesen könnt Ihr mit einer Feder oder einem Fächer im Raum verteilen. Sobald es anfängt, angebrannt zu riechen (nach ca. 3-6 Minuten) streicht Ihr mit einem Löffel oder Messer die  verkohlten Kräuter und Harze von der Kohle und streut Neues auf.

Als Räucherwerk eignen sich Harze, wie Weihrauch, Myrrhe, Benzoe, Copal oder Styrax. Auch kann man fast alle Kräuter, Hölzer und Gewürze zum Räuchern verwenden. Mit Harzen vermischt werden sie zu hervorragenden Aromagebern.  Hier findet Ihr eine kleine Übersicht mit geeignetem Räucherwerk für die Rauhnächte.
Je nach Eurem Ansinnen, lauft Ihr z.B. zum energetischen Reinigen von Räumen mit dem Räuchergefäß (hier sind ein Pokal (3) oder eine Räucherpfanne (1) ideal) durch die Räume und verteilt mit einer Feder (8) den Rauch im Raum und an den Wänden. Für ein persönliches Ritual oder zum Erlangen von Ideen oder Visionen, setzt Ihr die Räucherschale auf einer feuerfesten Unterlage vor Euch ab. Eine einfache Räucherung dauert zwischen 10 und 20 Minuten.

Nach Beendigung Eures Rituals löscht Ihr die Kohle mit Wasser oder Sand oder Ihr wartet bis sie erkaltet und Ihr sie entsorgen könnt.

2. Räuchern mit einem Teelicht-Stövchen (2) mit Drahtsieb
=> ideal zum schonenden Räuchern von Kräutern

Möchte man nur Kräuter, Hölzer und Gewürze verräuchern ist dies eine schöne unaufdringliche Räucheralternative zur Kohle-Räucherung. Auf dem Sieb (2) wird durch ein darunter stehendes Teelicht ohne große Rauchentwicklung schnell und unkompliziert Räucherwerk verduftet. Diese Methode bietet sich in kleinen Räumen oder auch im Büro an. Bei der Auswahl des Stövchen ist auf ein ausgewogener Abstand zwischen Teelicht und Sieb zu achten… zu nah, verbrennt es sofort, ist der Abstand zu groß, passiert nix ;).
Harze verkleben das Sieb und sind deshalb für diese Räuchermethode weniger geeignet. Wer dennoch diese raucharme Praktik bevorzugt, kann sich mit einem kleinen Stück Alufolie behelfen. Diese wird auf das Sieb gelegt, die Harze darauf. Dadurch wird das Sieb geschützt und herabtropfendes Harz vermieden.
Zum Räuchern gebt Ihr eine kleine Menge Eurer gewünschten und im Mörser (4) klein geriebenen Kräuter, Hölzer, Samenkörner und Gewürze auf das Sieb. Auch hier steigt sehr schnell der Rauch auf. Auch dieses Räuchergut muss, sobald es verbrannt riecht, mit einem Messer o.ä. abgestrichen werden, um wieder frisches Räucherwerk nachlegen zu können.

3. Räuchern mit Kräuterbündeln (7)
Einige Kräuter kann man sehr gut zu kleinen Bällchen formen oder zu Bündeln (7) zusammenbinden. Dies sind z.B. Salbei, Beifuss und Wermut. Diese eignen auch auch hervorragend zum Reinigen von Räumen. Die Kräuterbällchen werden in ein feuerfestes Räuchergefäß gelegt und entzündet. durch stetige Luftzufuhr mit einer Feder glüht das Kraut dann vor sich hin. Kräuterbündel glühen für gewöhnlich recht langsam durch, so dass man sie auch gut in der Hand halten kann und mit Ihnen durch die Räume schreitet. Zum Löschen werden die Kräuter mit Sand bedeckt oder mit Wasser übergossen.

Was die passende Räuchermethode für Euch ist, findet ihr am Besten beim Probieren raus. Und wenn man seine persönlichen Lieblingswerkzeuge herausgefunden hat, lohnt sich dann auch das Invest in eine hochwertige Ausstattung.
In unserem => Onlineshop findet Ihr eine kleine Auswahl, in => meinem Laden in Dresden eine Große ;).
Und Ihr dürft Euch sicher sein… egal welcher Weg Euer Rauchweg ist… zu beobachten, wie die feste Materie des getrockneten Pflanzenwerk sich in Rauch und reine Asche transformiert, zieht auch Eure Seele mit!

© Text & Foto: Annett Hering

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6 Kommentare

  1. emma winter sagt

    Liebe Annett, vielen Dank für Deine Informationen. Eine Frage habe ich noch zum Ritual mit den 13 Wünschen: Werden die Zettel auf der Räucherkohle im Zimmer verbrannt oder im Freien?
    Liebe Grüße von Emma

    • Liebe Emma, ideal ist das Verrennen im Freien. So bist Du in Verbindung mit den Elementen, mit der Erde und letztlich ist es auch sicherere ;)… Ich finde es auch immer schön, wenn der Wind die Asche des verbrannten Zettel wegträgt. Ich wünsche Dir eine inspirierende Raubnachtzeit! Annett

  2. Liebe Annett,
    ich bin seit letztem Jahr dabei und mag deine Beiträge vor allem zu den Rauhnächten wahnsinnig gern. Nun habe ich gerade in den letzten beiden Nächten richtige Schlafprobleme, dabei würde ich so gern meine Träume notieren. Aber das soll dann wohl so sein. Was ich mich aber gefragt habe, ist, ob ich beim Räuchern in den Rauhnächten auch – wie bei einer Reinigung – danach das Fenster öffnen sollte? Das habe ich nämlich nicht gemacht und vielleicht liegt es daran, dass ich so schwer in den Schlaf finde und dort verweilen kann? Hast du da eine Meinung zu 😉 ? Danke schon mal und liebe Grüße!

    • Liebe Caro,
      Schlafprobleme in diesen hochenergetischen Tagen sind keine Seltenheit! Und auch diese sind eine Erwähnung in Deinem Rauhnachttagebuch wert ;)…
      Sorge dafür, dass Du tagsüber so oft wie möglich in den Wald kommst… verbinde Dich hier mit der Natur und bitte um innere Ruhe. Geh ohne große Erwartungen ins Bett und wenn Du Dich nicht an die Träume erinnern kannst, dann ist es so. Ich notiere nach solchen Nächten meine Gedanken, Emotionen und Wahrnehmungen.
      Nach dem Räuchern sollte man immer gut lüften. Nicht nur die gelösten Energien brauchen „Auslauf“ ;), sondern der Raum auch wieder Sauerstoff.
      Ich wünsche Dir noch magische Rauhnächte und wunderbare Erlebnisse, Annett

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