Im Jahreskreis, Tagesenergien
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Aschermittwoch… ist nun alles vorbei?

Aschermittwoch… und die Zeit der Reinigung beginnt. Es gilt leer zu werden… sich zu reinigen… sich wieder auf das Essentielle zu besinnen.
Doch was ist eigentlich der Sinn der Fastenzeit? Das sie mit Ostern zusammenhängt wissen die meisten noch. Und sonst?

Die Fastenzeit ist eine Periode des Fastens und der Reue, die traditionell von Christen zur Vorbereitung auf Ostern eingehalten wird. Die Dauer der Fastenzeit wurde im vierten Jahrhundert auf 40 Tage festgelegt. Von Aschermittwoch bis Ostern, kennzeichnen viele feierlich ihre Stirn mit Asche, „Fasten“ für 40 Tage, d.h. sie enthalten sich von bestimmten Lebensmitteln oder körperlichen Freuden.
Der Aschermittwoch und die Fastenzeit wurden von der katholischen Kirche zur Erinnerung daran eingeführt, dass man seine Sünden in gleicher Weise wie die Menschen des Alten Testamentes in Sack und Asche mit Fasten bereut.
Der Schwerpunkt lag nicht so sehr auf dem Fasten, als auf der geistlichen Erneuerung, die die Vorbereitung auf Ostern forderte. Einige geben das Rauchen und Trinken von Alkohol auf. Andere lassen 40 Tage Facebook sein. Noch andere geben auf, zu viel zu Essen oder zu fluchen.

Über die Jahrhunderte hinweg hat sich ein zunehmend sakramentales Verständnis entwickelt. Viele Katholiken sehen im Verzicht während der Fastenzeit einen Weg, Segen von Gott zu erlangen. Interessanterweise lehrt die Bibel jedoch nicht, dass solche Bemühungen irgendeinen Vorteil hinsichtlich der Erlösung bringen. Stattdessen lesen wir im Neuen Testament, dass unser Fasten und unsere Buße in einer Weise getan werden sollten, die nicht auf uns aufmerksam macht: „Wenn ihr aber fastet, (so) seht nicht düster aus wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, damit sie den Menschen als Fastende erscheinen. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn (schon) empfangen. Du aber, wenn du fastest, (so) salbe dein Haupt und wasche dir das Gesicht, damit du nicht den Menschen als Fastender erscheinst, sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird es dir vergelten“ (Matthäus 6,16-18).

Von was hattest du in letzter Zeit zu viel? Zuviel gutes Essen? Zuviel Kaffee? Zuviel Schokolade? Zuviel Alkohol? Zuviel medialen Input? Zuviel Zeit im Außen? Zuviel Streit? Zuviel Arbeit? Zuviel schlechte Laune? Zuviel fluchen?
Was auch immer… die Fastenzeit ist nicht nur eine gute Zeit um sich körperlich zu reinigen, sondern auch um sich bewusst auf den eigenen Weg, das eigene Ich, den wahren Grund für das eigene Dasein zu besinnen und all das was unsere Wahrnehmung betäubt und „zukleistert“ wegzulassen.

Die Fastenzeit ist eine Zeit der Reflexion und Veränderung. Der Verzicht soll kein Selbstzweck sein, sondern eine spirituelle Möglichkeit der inneren Einkehr. Christen sind angehalten, sich auf ihre Werte zurückbesinnen und ihre Maßstäbe neu zu überdenken.
Überlege, wie du am besten zu deinem Wesenskern vordringst. Wobei fühlst du dich dem Göttlichen besonders nah? Wenn du deinen Weg des Verzicht gefunden hast, geh ihn bewusst, für dich und ohne die Ego-Posts auf Facebook & Co… den es geht um DICH, um deine innere Reinheit, um deinen ganz eigenen Zugang zur göttlichen Wahrheit… und nicht um die Meinung, anderer über dich ;).

© Text & Foto: Annett Hering

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