Im Jahreskreis, Tagesenergien
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Die spirituelle Bedeutung von Ostara

Ostern und Ostara haben eine ganz besondere Bedeutung und tiefe Wurzeln in unserer Vergangenheit.
Egal welchem Glauben wir anhängen, tun wir gut daran, diese Zeit zur Besinnung zu nutzen. Verbunden mit alten Ritualen können wir uns dem Ursprung dieses Festes nähern.
Die Themen dieses traditionellen Fest ergeben sich aus der Bedeutung von Ostara und Ostern. Und so liegt es nahe, sich wieder einmal die Zeit und Ruhe zu nehmen, über die eigene Entwicklung und die persönliche Verbindung zu diesen Tagen nachzudenken. Gerade die aktuelle Stay-home-Zeit bringen Veränderungen präsent ins Bewusstsein und es gibt viele Verbindungen zum Osterfest. z.B.

  • Welcher Teil von mir sollte Auferstehung feiern?
  • Wie feiere ich die Auferstehung in meinem Herzen?
  • Wie kann ich das, was in mir verborgen liegt, wachsen und in der Welt sichtbar werden lassen?
  • Was haben andere geopfert, dass ich dort bin, wo ich jetzt stehe?
  • Was habe ich für andere getan? Welchen Sinn und welche Beweggründe hatte mein Opfer?

Diese Fragen können wir für uns nur mit dem Herzen beantworten. Denn nur das Herz findet den Zugang zu unserer Seele und gibt diesem Fest die Tiefe, die ihm angemessen ist.
Rituale geben uns beim Finden von Antworten Halt und einen Rahmen. Und Rituale hat dieses Fest wahrlich reichlich zu bieten. Je nach Region werden verschiedene Bräuche mehr oder weniger öffentlich zelebriert. Vielleicht findest du in der kleinen Auswahl etwas aus Eurer Vergangenheit wieder, wo du gern anknüpfen willst.

Osterfeuer – privat und im eigenen Garten sollte es auch in diesem Jahr möglich sein
Diese Tradition ist Jahrhunderte alt. Der Hintergrund für Osterfeuer ist sowohl heidnisch als auch christlich.
In vorchristlicher Zeit diente es, den Winter endgültig auszutreiben. Wenn das Feuer fast abgebrannt ist, werden mit Stroh und Reisig umwickelte Wagenräder entzündet und durch das Dorf gerollt. Feuerräder sind ein Sinnbild für die Sonne. Die Asche des Osterfeuers wurde anschließend auf die Felder im Zwecke eines Fruchtbarkeitsritus gestreut.
In Kirchgemeinden wird am Osterfeuer die Osterkerze als Symbol des wiederauferstandenen Jesus Christus entzündet.

Reinigung von Haus und Hof
Vor allem in Süddeutschland werden am Karfreitag noch einmal Haus und Hof mit Räucherwerk gereinigt. Die Häuser werden gründlich gereinigt und mit frischen Blumen und geflochtenen Kränzen geschmückt.

Osterwasser – das dürfte in diesem Jahr leicht fallen 😉
Dies ist eine Tradition der Frauen. Am Morgen des Ostersonntag gehen die Frauen und Mädchen vor Sonnenaufgang los, um Wasser aus einer Quelle oder einem Brunnen zu holen. Diesem Wasser werden besondere heilende Eigenschaften und die Förderung der Fruchtbarkeit nachgesagt. Außerdem bringt es die Schönheit der jungen Mädchen zum Vorschein… doch nur wenn dieses heilige Wasser schweigend und ohne es zu verschütten nach Hause gebracht wird, ansonsten verliert das Wasser seine Wirkung und verkommt zum „Plapperwasser“.

Osterspaziergang
„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
im Tale grünet Hoffnungsglück.
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
zog sich in rauhe Berge zurück…“
Auch wenn die meisten von uns den Osterspaziergang eher mit Goethe in Verbindung bringen, hat diese Tradition einen kirchlichen Hintergrund.
Am Tag der Wiederauferstehung, nachdem das leere Grab bereits entdeckt wurde und die Jünger der Erzählung Maria Magdalenas nicht geglaubt haben, gehen zwei der Anhänger Jesu Christi in die Stadt Emmaus. Auf dem Weg dorthin treffen sie einen Unbekannten, der sich ihnen anschließt. Die drei diskutieren die Vorkommnisse des Tages und erst beim Abendessen, als der Unbekannte das Brot bricht, erkennen die beiden Jesus Christus in ihrem Begleiter. Unverzüglich machen die beiden sich wieder auf den Weg nach Jerusalem, um den Jüngern davon zu berichten.
Aus dieser Geschichte entstand der sogenannte Emmaus-Gang, der eigentlich mit Gesang und Gebet vollzogen wird. Aus dem Emmaus-Gang wurde dann mit der Zeit der Osterspaziergang, wie wir ihn heute kennen – ohne liturgische Zutaten, sondern eher als Spaziergang in der freien Natur, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht.
Gerade im 20. Jahrhundert kam dem Osterspaziergang dann noch eine andere Bedeutung zu, eine politische. Aus dem klassischen Osterspaziergang wurden die Ostermärsche der Friedensbewegung.

Ob du Ostereier bemalst, die Wohnung nochmal ausräucherst, Osterwasser holst oder einen Osterspaziergang machst… sei dir der Bedeutung dieser Tage bewusst und lasst in dir auferstehen, was sich der Welt zeigen will… und feiere sie in deinem Herzen!

© Text & Foto: Annett Hering
 

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